cl Luigi Giussani

Gemeinschaft und Befreiung

ÖSTERREICH
AUSTRIA Official Site
  Home <<
Zeugnis und Bericht

Mitschrift des Beitrags von Julián Carrón bei der regionalen Diakonie von CL

Mailand

25. Februar 2014

In anderen Sprachen

 

 

Fragen wir uns: Können wir die Herausforderungen, die wir vor uns haben, angehen und beurteilen auf Basis dessen, was im achten Kapitel von Am Ursprung des christlichen Anspruchs (EOS Verlag, Sankt Ottilien 2011) steht? Hilft uns das, was da steht, in unseren konkreten Lebensumständen mit ihrem ganzen Maß an menschlicher Dramatik zu bestehen?
Angesichts der Wirklichkeit, in der wir leben, muss sich jeder von uns zunächst fragen, wie ihn diese Lebenswirklichkeit herausfordert. Denn die Wirklichkeit fordert uns auf jeden Fall heraus. Und wir können diese Herausforderung entweder in ihrer ganzen Tragweite annehmen, oder aber reduzieren. Auf ein und dieselbe Herausforderung reagiert jeder von uns anders, und jeder versucht auf seine Weise, auf sie zu antworten. Bei jedem persönlichen oder gemeinsamen Schritt steht er vor der Frage, was als Antwort hilfreich ist und was nicht. In der Tat reicht es nicht, wenn ich nur feststelle, dass die Wirklichkeit mich herausfordert. Dadurch erreiche ich nichts Objektives, das das Ich des Anderen öffnet und eine Beziehung ermöglicht. Daran kann jeder von uns (egal, welche Meinung er dazu hat) erkennen, ob die Antwort, die er auf die Herausforderung der Wirklichkeit gibt, wirklich auf das Problem antwortet, das mich herausfordert und provoziert.

In diesem Zusammenhang ist das, was in Am Ursprung steht, ein offensichtliches Beispiel für diese Dynamik. Auch Jesus wurde von der Wirklichkeit herausgefordert: Sie sind „wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mt9,36), sagte er über seine Mitmenschen. Denn ihnen fehlt das Bewusstsein ihrer selbst als Person. Seine Antwort ist ein einziger Versuch, dieser Herausforderung zu entsprechen. Hier zeigt sich der Wert des achten Kapitels, denn das ganze Kapitel ist eine Antwort von Don Giussani auf die Frage: „Wer ist Jesus?“
Ich fordere jeden von euch dazu heraus, zu verifizieren, ob in dem, was wir auf die Herausforderungen antworten, alle in diesem Kapitel aufgeführten Faktoren berücksichtigt sind. Wenn wir es wirklich ernstnehmen würden, könnten wir schnell sehen, ob unsere Antwort alle Faktoren berücksichtigt, die im Spiel sind. Und wir würden herausfinden, ob sie dazu in der Lage ist, die Person in der Wirklichkeit wieder aufzuwecken.
In der Geschichte unserer Bewegung haben wir auf vielerlei Weise versucht, auf die Herausforderungen zu antworten. (Ich brauche jetzt hier nicht unsere ganze Geschichte durchzugehen.) Don Giussani hat uns dabei immer begleitet und korrigiert. Auf die Herausforderung der 68er Jahre haben wir mit der Versammlung im Palalido von 1973 zu antworten versucht. (Ich verkürze hier etwas.) Und Don Giussani hat angesichts dieser Antwort gesagt: Das ist eine rein reaktive Position, die nicht angemessen auf die Herausforderung antwortet. Wir teilten mit den damaligen Protestlern die Sehnsucht nach Befreiung, aber das reichte noch nicht für eine angemessene Antwort. Daher habe ich beim letzten Eröffnungstag das Urteil Don Giussanis von 1976 noch einmal aufgenommen (vgl. „Wie entsteht eine Präsenz?“, Spuren, Oktober 2013, S. X).
Als dann 1982 das erste Osterplakat veröffentlicht wurde mit dem Titel „Christus ist die Begleitung Gottes für den Menschen“, haben sich alle gewundert. Dabei hätte doch schon seit 1976 alles klar sein müssen. Hört einmal, was Don Giussani dazu sagt: „Wir haben zehn Jahre lang über die christlichen Werte gearbeitet und dabei Christus vergessen, wir kannten ihn nicht.“ (Uomini senza patria. 1982-1983, Bur, Mailand 2008, S. 88-89) Wir dachten alle vielleicht, wir folgten Christus, aber Don Giussani sagte uns: Vorsicht! Das ist etwas Anderes. Hat jemand von euch dieses Wochenende den Film auf Rete4 anlässlich des Todestages von Don Giussani gesehen? Auf die Frage der Journalistin, ob er den Jugendlichen Werte an die Hand geben werde, antwortet er: „Ich werde ihnen nicht nur Werte mitgeben, sondern vor allem das Bedürfnis nach einem letzten Sinn. Denn wenn die Werte nicht als Echo eines letzten Sinnes verstanden werden, lassen sie uns kalt und dienen nur einem bestimmten politischen Projekt.“ Es geht nicht darum, dass einer „Politik“ machen will. Aber wenn die Antwort partiell ist, dann wird er in allem, was er tut, unvermeidlich „politisch“ agieren.
Das Osterplakat über Christus war daher für Don Giussani wie eine Rückkehr zum Ursprung der Bewegung. Don Giussani war klar geworden, dass es in unserem Tun etwas gab, das nicht mehr dem Ursprung entsprach. Auch wenn man der Bewegung nachfolgte und auf die Herausforderungen des Lebens antwortete – nicht, indem man zu Hause blieb, anstatt sich auf den Weg zu machen! –, verlor man doch den Bezug zum Ursprung. „Das Flugblatt ist wie das Wiedergewinnen des Ursprungs, es ist wie eine Rückkehr zum Ursprung der Bewegung.“ Man hatte in der Tat das „als selbstverständlich vorausgesetzt, wozu die Bewegung entstanden war“ (ebd., S. 27). „Das Flugblatt hat den Ursprung neu vorgeschlagen […], es hat die Bewegung mit ihrem Ausgangspunkt neu vorgeschlagen“ (ebd., S. 61). Ihr seht also, dass nicht jede Antwort auf die Herausforderungen angemessen ist. Das hat uns unsere Geschichte immer wieder gelehrt.
Und was hat Don Giussani im nächsten Schritt getan, nach den Referenden in Italien über die Ehescheidung und über die Abtreibung? Hat er diese Schlacht fortgesetzt? Oder hat er die ganze Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen das Reduzieren der Sehnsucht gelenkt, das die Macht bewirkt? Und zwar gerade deshalb, weil es ohne Sehnsucht keine Person gibt. Er hat immer wieder betont, die Macht tendiere dazu, die Sehnsucht zu reduzieren, und zwar indem sie sich der Lüge bedient. Das Reduzieren der Sehnsucht oder das Unterdrücken bestimmter Bedürfnisse sind Waffen der Macht. Und dies ist, wie Giussani sagte, zur vorherrschenden Mentalität geworden. Wir haben zwar die Werte verteidigt, aber die Sehnsüchte unterdrückt.
Don Giussani sah darin eine Verkürzung des Ichs, insofern es sich nicht in seiner ganzen Tiefe als „ich“ herausfordern ließ. Er sprach daher vom „Tschernobyl-Effekt“ und sagte uns: „Es gibt praktisch keine reale Evidenz mehr außer der Mode, und die Mode ist ein Projekt der Macht“ (L’io rinasce in un incontro. 1986-1987, Bur, Mailand 2010, S. 182).
Er nennt auch zwei Konsequenzen: 1. Das christliche Leben wird schwerlich zur „Überzeugung“. 2. „Man flüchtet sich im Gegenteil in die Gemeinschaft wie in eine Trutzburg.“ (Ebd., S. 181)
Daher ist seine Aussage von 1987, dass „die Person sich selbst wiederfindet in einer lebendigen Begegnung“ (ebd., S. 182), besonders wichtig gerade im Bezug auf diese Herausforderung. Das ist keine spirituelle Aussage und auch keine Ausflucht, um nicht auf die Herausforderungen antworten zu müssen. Es geht darum, wie wir in der Wirklichkeit stehen können, so dass das Ich wieder erwachen kann. Denn sonst lässt uns die Macht einfach unseren Kampf für die Werte weiterkämpfen und höhlt uns gleichzeitig innerlich aus. Daher gibt es keine realistischere Beschreibung dessen, was der Mensch ist, als die im achten Kapitel von Am Ursprung des christlichen Anspruchs. Hier wird deutlich, wer Christus ist, und man sieht, dass alles andere nur auf einen Aspekt des Problems eingeht, aber keine christliche Antwort ist. Daher kann es auch nicht auf die ganze Dramatik des Menschseins antworten.
Jeder kann dann für sich entscheiden, was er tun will. Aber das achte Kapitel ist eine einzige Lobrede auf dieses Verständnis, ohne das wir – trotz all unserer Geschäftigkeit – nichts bewirken werden, was wirklich eine Antwort auf die Dramatik der Situation sein könnte. Daher steht dort: „Nur Gott kann den Menschen ‚erlösen‘, [also] die wahren und wesentlichen Dimensionen der Gestalt des Menschen und seiner Bestimmung“ (S. 110). Nur eine Präsenz kann unsere Instinktivität auf das Ziel hin ausrichten und auf die Unordnung im Menschen antworten. „‚Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?‘ Dieser Aufschrei stellt den einzigen Grund dar, aus dem ein Mensch den Vorschlag Christi ernsthaft in Erwägung ziehen kann“ (S. 127). Das achte Kapitel ist daher nicht eine Lektion in Spiritualität oder Moral! Es ist die Dokumentation dessen, wer Christus ist. „Die christliche Religion erfüllt somit die Bedingung des Menschseins“ (S. 114), „ohne die jede Lösung der Probleme nur Schein ist“ (S. 130).
Ihr werdet verstehen, dass es nicht einfach reicht, diesen Satz zu wiederholen (oder einen anderen) und in Aktionismus zu verfallen. Nein, jeder von uns muss prüfen, ob das wahr ist, und zwar dort, wo er steht. Hilft uns das zu leben? Hilft es den anderen? Hilft es uns, all die Dramen zu bestehen, mit denen uns das Leben täglich konfrontiert, durch die Menschen um uns herum? Ist das wirklich eine Antwort auf die Herausforderungen des Lebens? Wenn wir uns darüber nicht im Klaren sind, wird unsere ganze Geschäftigkeit nichts ausrichten. Deshalb lässt die Macht diese ganze Geschäftigkeit zu. (Die Gesetze macht ja eh derjenige, der die Macht hat!) Wenn aber die Person nicht wieder aufwacht, werden unweigerlich andere Sorgen vorherrschen. Das bedeutet nicht, dass man keine Initiativen mehr ergreifen soll. Aber wenn das Ich nicht wieder aufwacht, werden wir immer wieder scheitern.
Jetzt werdet ihr vielleicht wieder sagen: „Angesichts bestimmter Herausforderungen muss man aber sehr wohl etwas tun!“ Das erste, was man tun muss, ist, die Dimension des Problems zu analysieren. Wenn man einen Tumor mit Aspirin behandelt, ist das vielleicht eine Antwort auf die Herausforderung, aber sicher keine angemessene. Die Dimension des Problems, das im achten Kapitel beschrieben wird, ist von einem derartigen Kaliber, dass ein Aspirin nicht reicht. Nur wenn man die Dimension des Problems berücksichtigt, erkennt man, welche Handlung im richtigen Verhältnis dazu steht. Deshalb hat Don Giussani so sehr auf der Personalisierung des Glaubens bestanden. Sicher nicht, weil er kein Realist gewesen wäre oder den Herausforderungen der Wirklichkeit hätte ausweichen wollen!

Wenn wir daraus nicht lernen, wiederholen wir nur einen Versuch, der schon einmal per se zum Scheitern verurteilt war, nämlich den Versuch der Aufklärung, Werte zu verteidigen ohne Christus. Das ist kein Christentum, sondern höchstens Kant. Denn die Aufklärung wollte die christlichen Werte gar nicht aufheben. Aber sie gab sich der Illusion hin, sie leben und aufrechterhalten zu können ohne Christus.
Genau an dieser Stelle aber setzt Giussani mit seiner Korrektur an: Ohne das Göttliche lassen sich das Menschliche und seine Werte nicht bewahren. Nur das Göttliche kann alle Dimensionen des Menschlichen aufrechterhalten, wie wir derzeit sehen. Die Werte ohne Christus zu retten, dass Kant das dachte, verstehe ich. Aber dass wir so etwas denken, nach allem, was wir aus einer Geschichte, die mit der Aufklärung begonnen hat, hätten lernen müssen, das verstehe ich nicht. Was wir jetzt sehen, zeigt doch klar, dass der Versuch, Werte ohne Christus zu bewahren, zum Scheitern verurteilt ist. Dass wir uns einbilden, das wieder vorzuschlagen zu können, was schon mehrfach gescheitert ist, das wundert mich. Letztendlich bedeutet das ja, dass wir der vorherrschenden aufklärerischen Mentalität erliegen. Aber das ist nicht die Bewegung!
Entweder wir gehen auf den Ursprung zurück, und zwar in allen seinen Dimensionen, wie sie uns das Buch von Giussani vor Augen stellt, oder wir werden zu einem absoluten „Niemand“ in der Welt. Denn das würde bedeuten, dass die Macht es geschafft hat, die Bedürfnisse des Ichs zu unterdrücken, und wir würden für andere Ziele missbraucht. Vergessen wir nicht, dass wir alle einmal „perfekte“ Gesetze hatten. Aber das hat nicht gereicht. In wenigen Jahrzehnten hat diese Lawine alles hinweggefegt und verbrannte Erde hinterlassen! Und das ist eine geschichtliche Tatsache. Wir können uns darüber ärgern oder nicht, jedenfalls ändern wir nichts daran. Wenn wir dann auch noch das wiederholen, was offensichtlich schon gescheitert ist, dann gnade uns Gott!

Deswegen ist das achte Kapitel so wichtig. Hier finden wir einen umfassenden und realistischen Blick auf die tatsächliche Situation des Menschen und einen Hinweis darauf, von wo aus wir wieder neu starten können. Papst Franziskus hat nicht umsonst in seinem Interview mit Antonio Spadaro gesagt: „Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Eben, mit Verhütungsmethoden. Das geht nicht. Ich habe nicht viel über diese Sachen gesprochen. Das wurde mir vorgeworfen. Aber wenn man davon spricht, muss man den Kontext beachten. Im Übrigen kennt man ja die Ansichten der Kirche, und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen. […] Die Lehren der Kirche – dogmatische wie moralische – sind nicht alle gleichwertig. Eine missionarische Seelsorge ist nicht davon besessen, ohne Unterscheidung eine Menge von Lehren aufzudrängen. Eine missionarische Verkündigung konzentriert sich auf das Wesentliche, auf das Nötige. Das ist auch das, was am meisten anzieht, was das Herz glühen lässt – wie bei den Jüngern von Emmaus. Wir müssen also ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt  auch das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus zusammen, droht, seine Frische und den Geschmack des Evangeliums zu verlieren. Die Verkündigung muss einfacher sein, tief und ausstrahlend. Aus dieser Verkündigung fließen dann die moralischen Folgen.“ (A. Spadaro SJ, Interview mit Papst Franziskus, Herder, Freiburg-Basel-Wien 2013, S. 51) Und im Horizont dieser Sorge unterstreicht er in Evangelii Gaudium: „Das größte Problem entsteht, wenn die Botschaft, die wir verkünden, dann mit diesen zweitrangigen Aspekten gleichgesetzt wird, die, obwohl sie relevant sind [zweitrangig heißt nicht, dass sie nicht relevant sind], für sich allein nicht das Eigentliche der Botschaft Jesu Christi ausdrücken. Es ist also besser, realistisch zu sein und nicht davon auszugehen, dass unsere Gesprächspartner den vollkommenen Hintergrund dessen kennen, was wir sagen, oder dass sie unsere Worte mit dem wesentlichen Kern des Evangeliums verbinden können, der ihnen Sinn, Schönheit und Anziehungskragt verleiht.“ (34) Meint ihr, Don Giussani hätte das nicht alles unterschreiben können?
Als Giussani 2004 Johannes Paul II. schrieb, er habe lediglich „die grundlegenden Aspekte des Christentums vorschlagen wollen, das heißt die Leidenschaft für das Ereignis als solches, in seinen wesentlichen Aspekten – und nichts weiter“ (vgl. Tracce, April 2004, S. 2), sagte er damit genau das gleiche. Es würde sogar ausreichen, wenn wir eines der ersten Heftchen der Bewegung präsent hätten, Spuren christlicher Erfahrung. Elementareres als das gibt es nicht.

Ich lese noch ein Stück aus Evangelii Gaudium: Die Verkündigung „konzentriert sich [...] auf das Wesentliche, auf das, was schöner, größer, anziehender und zugleich notwendiger ist. Die Aussage vereinfacht sich, ohne dadurch Tiefe und Wahrheit einzubüßen, und wird so überzeugender und strahlender.“ (35). Die wahre Herausforderung besteht darin, dass das geschieht. Denn wir sind dazu auserwählt, es zu bezeugen und auf diese Anziehungskraft hinzuweisen, durch die die Person wieder aufleben kann. „Alle offenbarten Wahrheiten entspringen aus derselben göttlichen Quelle und werden mit ein und demselben Glauben geglaubt, doch einige von ihnen sind wichtiger, um unmittelbarer das Eigentliche des Evangeliums auszudrücken.“ (36)
Beim Jahrgedächtnis für Don Giussani hat Kardinal Angelo Scola auf die Frage, wie wir auf die Herausforderungen des Lebens antworten können, gesagt: Zeugnis und Bericht. Durch das Zeugnis eines Lebens also. Und unter uns sehen wir viele Beispiele, wie das Leben sich mitteilt. Genau aus diesem Grund habe ich schon so oft die Geschichte von den Frauen in Uganda erzählt. Für mich macht sie alles extrem klar. An diesen Frauen sehen wir, wie es möglich ist, dass sogar ein so entscheidender Wert wie das Leben sich verdunkeln kann. Und dass dieser Wert einzig und allein in der Begegnung mit dem Christentum wieder in seiner vollen Schönheit erblühen kann. Ursprünglich hatte Rose die Idee, auf die Herausforderung durch die Krankheit (Aids), die einige Frauen in Kampala hatten, zu antworten, indem sie ihnen half und ihnen Medikamente besorgte. Aber bald merkte sie, dass das nicht reichte. Denn nachdem die Frauen die Medikamente ein paar Mal genommen hatten, ließen sie es bleiben und gaben sich auf. Deshalb hat Rose, in dem Bewusstsein, dass allein das Göttliche alle Dimensionen des Menschlichen retten kann, damit begonnen, ihnen von Christus zu erzählen. Und das hat bei diesen Frauen das Bewusstsein für den Wert ihres Lebens wieder geweckt, weil sie sich vom Geheimnis umarmt und geliebt fühlten. Als Konsequenz haben sie dann auch wieder ihre Medizin genommen. Genau diese Dynamik haben wir auch bei anderen gesehen – bei Natascha, bei den Gefangenen in Padua, die ein Zeugnis dafür sind, wie wir heute unzweideutig das Leben und seine unendliche Würde verteidigen können.
Darüber nachzudenken ist, glaube ich, enorm wichtig, wenn wir nicht den Kompass für unser Leben verlieren wollen.

 

  LAST UPDATE 23.03.2014 Impressum