cl Luigi Giussani

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Brief an die Fraternität

Mitschrift des Beitrags von Julián Carrón bei der regionalen Diakonie von CL

Mailand

31. März 2014

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Nach der Wiederwahl zum Präsidenten der Fraternität

Liebe Freunde,

am vergangenen Samstag, den 29. März, hat sich in Mailand die Diakonie der Fraternität getroffen, um vor allem den Präsidenten neu zu wählen, da die von den Statuten vorgesehene Amtszeit von sechs Jahren abgelaufen war.

Meine Sorge war, wie ich den Mitgliedern der Diakonie gleich zu Beginn gesagt habe, dass das keine formelle Wahl wird, sondern eine Gelegenheit, über den Zustand der Bewegung nach den Herausforderungen der letzten Jahre nachzudenken. Sie alle haben gesehen, was ich als Antwort auf diese Herausforderungen vorgeschlagen habe. Ich habe versucht, alles, was geschah, für unsere Reifung fruchtbar zu machen und dabei dem Weg und der Methode des Charismas zu folgen.

Weiter habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mir sehr wohl bewusst bin, dass nicht ich der Träger des Charismas bin. Die Tatsache, dass mich Don Giussani als Leiter der Bewegung vorgeschlagen hat, bedeutet nicht per se, dass alles, was ich tue, richtig ist. Die Mitglieder der Diakonie hatten also den zurückgelegten Weg und alle Faktoren vor Augen, um beurteilen zu können, ob mein Vorschlag den Bedürfnissen des Lebens gerecht wurde und dem Charisma, das wir empfangen haben, entsprach.

Um eine freie Diskussion zu ermöglichen, habe ich von Anfang an klargemacht, dass sich niemand mir verpflichtet fühlen muss, auch diejenigen nicht, die ich selbst zu Mitgliedern der Diakonie ernannt hatte. Das einzige Kriterium bei der Wahl einer geeigneten Leitung sollte das Wohl der Bewegung sein. Bei dieser Aufgabe ist nur eine Haltung angemessen: dem Geheimnis zu folgen und die Person zu finden, die am besten geeignet ist, unsere Geschichte weiterzutragen, so dass wir auf immer weniger unangemessene Weise der Aufforderung von Papst Franziskus nachkommen können, Zeugen des Wesentlichen in allen Randgebieten der Existenz zu sein.

Nach dieser Einleitung von mir fand ein langer und aufrichtiger Dialog statt, bei dem jeder all das mitteilte, was er in den letzten Jahren auf diesem Weg gesehen und erlebt hat. Den Reichtum der einzelnen Beiträge kann man unmöglich in wenigen Worten
zusammenfassen. Aber ich muss zugeben, dass mich das Niveau des Selbstbewusstseins, das darin zum Ausdruck kam, beeindruckt hat. Das war ein kommunionales Zeichen der Lebendigkeit des Charismas in vielen Teilen der Welt. Glaubt mir, das ist neun Jahre nach dem Tod von Don Giussani absolut nicht selbstverständlich.

Nach diesem Austausch, der den ganzen Vormittag und Nachmittag in Anspruch nahm, fand die Wahl statt. Die Diakonie hat entschieden, mich wiederzuwählen, und ich habe die Wahl angenommen, aus Dankbarkeit gegenüber der Geschichte, die mich geschaffen hat und durch die ich gemeinsam mit euch weiterhin erschaffen werde, sowie aus dem Wunsch heraus, das spannende Abenteuer der letzten Jahre weiter fortzusetzen.

Ich lade euch in dieser neuen Etappe unserer Geschichte ein, eure Sehnsucht zu erneuern, gemeinsam auf unsere Bestimmung zuzugehen – auf Christus, der uns ergriffen hat – auf dass wir immer mehr zu Kindern Don Giussanis werden. Möge jeder einzelne von uns und jede unserer Gemeinschaften auf die Fürsprache der Gottesmutter immer mehr zu einem Zeugen für die Gnade werden, die uns fasziniert hat, in der gleichen Spannung, mit der Petrus und Johannes am Auferstehungsmorgen zum Grab gelaufen sind. Betet für mich, dass ich dieser wunderbaren Geschichte, die uns ergriffen hat, immer mehr dienen kann.

In der Hoffnung, viele von euch in Rimini bei den Exerzitien wiederzusehen,

Euer

Don Julián Carrón

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