cl Luigi Giussani

Gemeinschaft und Befreiung

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Die grundlegenden Gesten

Die folgenden Gesten sind Ausdruck und Mittel, um die drei Dimensionen der Erfahrung der Bewegung zu leben.

Gebet

Ein besonderes Kennzeichen der Bewegung ist die Pflege des persönlichen sowie des gemeinsamen Gebets. Dies zeigt sich auch in der Veröffentlichung eines Stundenbuchs mit kirchlicher Druckerlaubnis. Es enthält Teile des Breviers, das die Weltkirche betet. Hinzu kommt die Pflege des liturgischen Gesanges und das Erlernen traditioneller Hymnen und Kirchenlieder. Hieraus entstand auch eine Betrachtung zur Vorbereitung auf die Karwoche.

Die Gewohnheit, den Engel des Herrn zu beten oder bedeutende Stoßgebete der christlichen Tradition zu wiederholen (etwa: „Veni Sancte Spiritus, veni per Mariam“), macht die Anhänger von CL mit dem wahren und einfachsten Sinn des Gebets vertraut.

Mit Gebet ist aber nicht nur das Beten im ausdrücklichen Sinn gemeint – sei es das gemeinschaftliche Gebet der Psalmen oder das persönliche Gespräch mit Gott. Gebet ist Ausdruck der Abhängigkeit von etwas Anderem, die jeder vernünftige und realistische Mensch bemerkt.

Seminar der Gemeinschaft

Neben dem Gebet und dem normalen sakramentalen Leben eines jeden Katholiken lädt Don Giussanis Bewegung ihre Anhänger und alle Interessierten zu einem Moment des Gesprächs und der Katechese ein, der in der Regel wöchentlich stattfindet. Dieser Moment hat das Ziel, eine Schule, ein Seminar im eigentlichen Sinn zu sein. Durch die Lektüre von Texten, die von den Verantwortlichen der Bewegung vorgeschlagen werden, und durch den Vergleich des Gelesenen mit der eigenen Erfahrung soll ein klareres Bewusstsein über die Natur des christlichen Ereignisses und der Kirche herangebildet werden. Bei den vorgeschlagenen Texten handelt es sich normalerweise um Schriften des kirchlichen Lehramts oder von Don Giussani.

Das Seminar der Gemeinschaft ist eine regelmäßige Gelegenheit der Katechese und der Begegnung sowohl für Schüler und Studenten als auf für Berufstätige. Entsprechend der Vorstellung, mit der Don Giussani jeden konkreten Ausdruck der Gemeinschaft von Anfang an geprägt hat, besitzt auch das Seminar der Gemeinschaft einen "öffentlichen" Charakter, das heißt, es hat einen Wert für alle. Es steht jedem offen, der daran teilnehmen will, und findet deshalb nicht selten öffentlich an Schulen, Universitäten oder am Arbeitsplatz statt.

Werk der Nächstenliebe ("Caritativa")

„Werk der Nächstenliebe“ meint den ungeschuldeten, regelmäßigen Einsatz für ein karitatives Werk. Seine Regelmäßigkeit und die Tatsache, dass es dabei eigentlich nicht darum geht, ein Bedürfnis in erschöpfender Weise zu erfüllen, sollen im Alltag daran erinnern helfen, dass das angemessenste „Gesetz“ des Lebens die Ungeschuldetheit ist, die das Christentum hervorgebracht hat.

Ferien

Die Ferien - besonders die Ferien, die gemeinsam in den Bergen verbracht werden -, zählen seit jeher zu den besonderen Gelegenheiten, um den Geschmack an der christlichen Weggemeinschaft zu entdecken. Gleichzeitig wird der Einzelne dabei zu einer Haltung des Staunens und des Respekts gegenüber der Wirklichkeit der Schöpfung erzogen.

Von Anfang an waren viele Außenstehende darüber erstaunt, dass Don Giussani bei den Ferien in den Bergen selbst mit großen Gruppen von Jugendlichen ein schönes und geregeltes Zusammenleben gelang, bei dem gleichzeitig das Christentum prägnant vorgeschlagen wurde.

In der sogenannten Freizeit wird im übrigen deutlich, worauf ein Jugendlicher oder Erwachsener wirklich seine Aufmerksamkeit im Leben richtet und für welches Ideal er sich einsetzt.

Die Ferien, sei es mit der Gruppe oder mit der Familie, sind auch eine Gelegenheit zur „Mission“, um die Erfahrung, der man begegnet ist, anderen vorzuschlagen.

Lektüre

Eine andere Weise, mit der die Bewegung zu einer kritischen Sensibilität, zur Entdeckung der menschlichen Würde und zum wahren Antlitz der Kirche erzieht, ist die Einladung zur Lektüre (wie etwa durch den Vorschlag des sogenannten "Buch des Monats") oder zur Auseinandersetzung mit der Kultur, um etwa den Wert des Schönen in Meisterwerken der klassischen Musik, der Malerei oder des Films zu entdecken. Den Anhängern von CL sind so unter anderem folgende Namen vertraut geworden, die eine tiefergehende Beschäftigung verdienen: Dante, Leopardi, Pascoli, Ada Negri, Pasolini, Montale, Péguy, Eliot, Falco, Solowjew, De Lubac, Dawson, Moeller, Mounier sowie Schubert, Beethoven, Mozart, Donizetti, Giotto, Antelami, Masaccio, Caravaggio, Dreyer, Tarkowsky und andere Größen der Literatur, der Kunst und der Musik.

Gesang

Ein weiteres Moment, das die Entstehung von "Gemeinschaft und Befreiung" geprägt und deren Entwicklung begleitet hat, ist der Gesang, insbesondere das gemeinsame Singen. Dabei handelt es sich sowohl um die liturgischen Gesänge als auch um Lieder, die aus der Erfahrung einiger Mitglieder entstanden sind (einige Lieder sind um die ganze Welt gegangen), um Volkslieder oder zeitgenössische Musik. Die Pflege des gemeinsamen Gesangs gehört zu den Kennzeichen von CL-Treffen. Mit dem Gesang bringt die Gemeinschaft auf einfache und überzeugende Weise die eigene Einheit zum Ausdruck, die Freude und das neue Bewusstsein, das aus dieser Einheit hervorgeht.

Gemeinschaftskasse

Seit den Anfängen zählt die Gemeinschaftskasse zu einer der erzieherisch wertvollsten Gesten in der Bewegung. Es handelt sich um einen Fond, der die missionarischen, karitativen und kulturellen Aktivitäten zum Aufbau des gemeinsamen Werkes unterstützt. Zu diesem Fond trägt jeder in aller Freiheit bei, indem er monatlich einen Teil seiner Einkünfte einzahlt. Zu Beginn wurde dieser Beitrag als "der Zehnte" bezeichnet. Die freiwillige Gabe soll die gemeinschaftliche Dimension des eigenen Besitzes zum Ausdruck bringen und ein Bewusstsein für die Armut als biblische Tugend wecken. Die Höhe des Betrags ist dabei nicht von Bedeutung; entscheidend ist die Ernsthaftigkeit, mit der man einer Verpflichtung, die man frei übernommen hat, nachkommt. Nur diese Ernsthaftigkeit ermöglicht eine Erziehung zur Liebe (caritas). Denn nur durch diese konkrete Geste wird sich die Person der Tatsache bewusst, dass das, was sie besitzt, nicht nur ihr selbst gehört und dass sie beim Umgang mit Geld auch die Bedürfnisse der anderen berücksichtigen sollte.

Litterae Communionis - Spuren

Ein weiteres Moment im Leben von CL ist das gemeinsame Erstellen - wenn man es so ausdrücken kann - der offiziellen Zeitschrift der Bewegung. In jeder Monatsausgabe von Spuren erscheinen Artikel und Hintergründe zum kulturellen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen. Außerdem teilt sich durch die Zeitschrift allen das Leben der Bewegung mit. In einer umfangreichen Leserbriefspalte geben Zeugnisse die Probleme und Herausforderungen eines Lebens aus dem Glauben im Alltag wieder.


Es sind nur einige Gesten als "grundlegend" bezeichnet. Aber keine davon wird als verpflichtend angesehen. Die Erfahrung von CL setzt nicht so sehr auf eine starre Definition der Zugehörigkeit zur Bewegung.

In diesem Zusammenhang sagte vor kurzem der ehemalige Präsident der Katholischen Universität Eichstätt, Professor Nikolaus Lobkowicz: "Es ist wohl kein Zufall, dass Freundschaft eine der Tugenden ist, die die von Don Giussani gegründete Bewegung am freudigsten übt; eine Freundschaft, die jedem gilt, der einem über den Weg kommt, und die selbst und gerade dann nicht nachlässt, wenn der Freund Wege geht, die man nicht zu billigen vermag."

 

Dieser Text wurde aus dem Buch Comunione e Liberazione - Eine Bewegung in der Kirche entnommen.

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  LAST UPDATE 31.08.2012 Impressum